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Dienstag, 9. Juni 2026

Die DSGVO-Auskunft als Geschäftsmodell: Ein Blick auf die Rechtsprechung

Die DSGVO-Auskunft wird zunehmend als Geschäftsmodell wahrgenommen. Was der EuGH-Generalanwalt dazu sagt, beleuchtet die rechtlichen Implikationen und die Praxistauglichkeit dieser Entwicklung.

Lukas Schmidt//3 Min. Lesezeit

Die Sonne bricht durch die Wolken, als ich mich mit einem Kollegen über die neuesten Entwicklungen im Bereich Datenschutz austausche. Wir befinden uns in einem kleinen Café, der Duft von frisch gebrühtem Kaffee liegt in der Luft. Irgendwann fällt der Satz: „Hast du schon gehört, dass die DSGVO-Auskunft mittlerweile als Geschäftsmodell verstanden wird?“ Ich bin überrascht und beginne, die Implikationen dieser Aussage zu hinterfragen.

Die Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) wurde 2018 eingeführt, um den Schutz personenbezogener Daten in der Europäischen Union zu gewährleisten. Sie gibt den Bürgern das Recht, Auskunft über die von ihnen gespeicherten Daten zu verlangen. Dieses Recht, das zunächst darauf abzielt, Transparenz zu schaffen und den Bürgern Kontrolle über ihre Daten zu geben, wird immer häufiger von Unternehmen und Einzelpersonen in Anspruch genommen, um damit ein Geschäftsmodell zu entwickeln.

Der Gedanke, die DSGVO-Auskunft als Geschäftsmodell zu nutzen, lässt mich an die verschiedenen Akteure im digitalen Raum denken. Einige Unternehmen haben begonnen, automatisierte Dienste anzubieten, die dabei helfen, DSGVO-Anfragen zu bearbeiten. Diese Dienste versprechen, den komplizierten Prozess zu vereinfachen und sowohl für Einzelpersonen als auch für kleine Unternehmen eine gewisse Sicherheit zu gewährleisten. Doch wie sieht die rechtliche Grundlage dafür aus? Was sagt der EuGH-Generalanwalt zu diesem Phänomen?

Kürzlich äußerte sich der Generalanwalt des Europäischen Gerichtshofs (EuGH) zu dieser Thematik. In seinen Ausführungen betont er, dass die Auskunftsrechte der Bürger nicht als kommerzielles Gut betrachtet werden sollten. Die DSGVO sei nicht dazu gedacht, dass Unternehmen mit den Rechten der Betroffenen Geld verdienen. Das ist ein zentraler Punkt, denn er wirft die Frage auf, ob Unternehmen, die solche Dienstleistungen anbieten, möglicherweise gegen den Geist der Verordnung verstoßen.

Während ich in mein Getränk nippe, erlaube ich mir, über die Auswirkungen nachzudenken. Die Möglichkeit, Auskunft über persönliche Daten zu erhalten, sollte für jeden zugänglich sein. Sie ist ein Werkzeug zur Stärkung der Privatsphäre und zur Verbesserung der Datenpraktiken. Wenn sich jedoch ein Markt um diese Auskünfte bildet, könnte dies die grundliegende Absicht der DSGVO untergraben.

Die rechtlichen Bestimmungen zur Auskunftspflicht sind klar formuliert, aber wie sie in der Praxis umgesetzt werden, ist oft kompliziert. Der Generalanwalt weist darauf hin, dass die Verordnung den Verantwortlichen nicht nur die Pflicht zur Bereitstellung von Informationen auferlegt, sondern auch die Pflicht, dies kostenlos zu tun. Das bedeutet, dass jegliches Geschäftsmodell, das auf der Erhebung von Gebühren basiert, schwerwiegende rechtliche Fragen aufwirft.

In der Diskussion über die DSGVO-Auskunft als Geschäftsmodell wird auch die Frage des Zugangs zu Informationen relevant. Viele Menschen sind sich möglicherweise ihrer Rechte nicht bewusst oder wissen nicht, wie sie diese geltend machen können. Hier könnte die Rolle von Beratungsdiensten wichtig werden, aber sie sollten nicht zwischen dem Einzelnen und seinen Rechten stehen. Es ist eine Gratwanderung, die auch ethische Überlegungen aufwirft.

Die rechtlichen Ausführungen des Generalanwalts erinnern uns daran, dass der Schutz unserer Daten und Privatsphäre nicht als kommerzielle Ware behandelt werden sollte. Es ist eine Verantwortung, die sowohl auf den Schultern des Gesetzgebers als auch der Unternehmen liegt. Der Dialog über Datenschutz muss weitergeführt werden, um sicherzustellen, dass die Rechte der Bürger gewahrt bleiben, ohne dass ein Markt für deren Ausübung entsteht.

Im Café, umgeben von anregenden Gesprächen und dem geschäftigen Treiben in der Stadt, wird mir klar, wie wichtig es ist, die Grundlagen des Datenschutzes zu stärken. Jeder von uns sollte die Möglichkeit haben, seine Daten einzusehen, ohne dabei in ein Geschäftsmodell verwickelt zu werden. Es bleibt die Herausforderung, durch transparente und faire Praktiken das Vertrauen der Menschen in den digitalen Raum zu erhalten und zu fördern.