Smartphone am Steuer: Die neue Normalität?
Eine aktuelle ADAC-Umfrage zeigt, dass jeder zweite Autofahrer sein Smartphone während der Fahrt nutzt. Diese Erkenntnis wirft Fragen zu Sicherheit und Ablenkung auf.
Eine aktuelle Umfrage des ADAC hat ergeben, dass jeder zweite Autofahrer in Deutschland sein Smartphone während der Fahrt benutzt. Diese Erkenntnis mag erstaunen oder auch nicht; schließlich ist es mittlerweile nicht ungewöhnlich, dass die nüchternen Gesichter hinter dem Steuer durch helle Bildschirme beleuchtet werden, während die Verkehrssicherheit auf der Strecke bleibt. Der Automobilclub, der sich eigentlich dem Schutz der Fahrer verschrieben hat, sieht in den Ergebnissen einen besorgniserregenden Trend, der auch die unvermeidliche Verschmelzung von Technologie und alltäglichem Autofahren widerspiegelt.
Laut den Befragten nutzen 54 Prozent das Handy, um Nachrichten zu lesen oder zu schreiben, während sie hinter dem Steuer sitzen. Es ist, als ob das Auto zum mobilen Büro oder zum sozialen Netzwerk umfunktioniert wird. Ironischerweise wird genau diese mobile Konnektivität zum Sicherheitsrisiko: Neben der offensichtlichen Ablenkung, die das Tippen einer Nachricht mit sich bringt, haben auch die eher „harmlosen“ Apps und Funktionen ihre Schattenseiten. Der Blick auf die Navigation könnte ebenso gut der Überprüfung von E-Mails geopfert werden. So wird das Autofahren zur Nebensache – und das in einer Zeit, in der Verkehrsunfälle häufig das Resultat von Ablenkung sind. Es bleibt abzuwarten, ob gesetzliche Regelungen oder technologische Lösungen der Problematik Herr werden können, oder ob der Fahrer, ausgestattet mit einem Smartphone, weiterhin die neue Normalität auf den Straßen prägen wird.