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Hitzefrei: Wenn die Schule die Hitze nicht mehr aushält

Wenn die Temperaturen ins Unermessliche steigen, fragen sich viele Eltern und Schüler: Gibt es Hitzefrei? Die Regeln an den Schulen sind vielfältig und oft nicht ganz klar.

Jonas Weber//3 Min. Lesezeit

In den letzten Jahren hat die Diskussion darüber, wann es Hitzefrei geben könnte, an Intensität gewonnen. Menschen, die in den Schulen tätig sind, beschreiben oft eine Art von emotionalem Wettlauf, bei dem Lehrer, Schüler und Eltern die hochsommerliche Hitze als gemeinsamen Feind betrachten. Die Frage bleibt: Ab wann wird eigentlich das Unterrichten zur Tortur?

Die Regelungen zum Hitzefrei sind so unterschiedlich wie die Schulen selbst. Während einige Bundesländer klare Richtlinien haben, in denen beispielsweise Temperaturen über 30 Grad Celsius eine Maßnahme zur Folge haben, gibt es in anderen Regionen mehr Raum für Interpretation. Lehrer berichten, dass sie häufig mit den Schulleitungen diskutieren müssen, oder, wenn die Temperaturen steigen, die Eltern anrufen, um dies zu klären—nicht gerade der beste Start in den Tag.

In vielen Fällen wird das Hitzefrei als eine Art kollektives Einverständnis angesehen. Die Lehrkräfte verweisen auf das Wohl der Schüler. In der Theorie mag das ja wunderbar klingen, doch die Realität ist meist etwas komplizierter. So finden sich manchmal Schüler in überhitzten Klassenzimmern wieder und hoffen inbrünstig, dass das Thermometer bald eine kritische Marke erreicht.

Diejenigen, die sich mit den Regelungen auskennen, weisen darauf hin, dass es oftmals nicht nur um Temperatur, sondern auch um die Luftqualität geht—ein wenig Ironie in einem System, das so stark auf Noten und Leistungen ausgelegt ist. Zu wenig Luftzirkulation macht den Unterricht nicht nur unbequem, sondern kann auch Lernende erheblich ablenken.

In der Praxis heißt das jedoch oft, dass Schulleiterinnen und -leiter vor einer schwerwiegenden Entscheidung stehen: Zulassen, dass die Schüler in die Hitze zermürbt werden, oder eine vorzeitige Schulschließung genehmigen. Die Angst, den Lehrplan zu verletzen, schwingt bei vielen Entscheidungen mit, was die Sache nicht unbedingt einfacher macht.

Besonders in Grundschulen ist die Verunsicherung groß. Lehrkräfte haben das Wohl ihrer kleinen Schützlinge im Blick, wissen jedoch auch, dass eine vorzeitige Schulschließung möglicherweise nicht von allen Eltern positiv aufgenommen wird. Einige berichten von hitzigen Diskussionen, die selbst im Lehrerzimmer stattfinden, wenn das Thermometer unbarmherzig steigt.

Ein weiterer Aspekt, den man in diesem Zusammenhang bedenken sollte, ist die gesundheitliche Sicherheit. Manchmal wird darüber hinweg gesehen, dass stundenlanges Sitzen in überheizten Klassenräumen nicht nur das Lernen hemmt, sondern auch die Gesundheit der Kinder gefährden kann. Dennoch sieht es oft so aus, als ob es eher um die Bürokratie als um das Wohl der Schüler geht.

Wenn man sich die Regelungen genauer ansieht, wird klar, dass viele Bundesländer zwar Gesetze haben, diese jedoch oft mit einer gewissen Flexibilität interpretieren. So könnten die einen Schulen Hitzefrei ab 30 Grad Celsius gewähren, während andere Lehrer bereits ab 27 Grad unruhig werden. Es bleibt ein Rätsel, warum es keine einheitliche Regelung gibt, die für alle gelten könnte.

Die Gespräche über Hitzefrei sind nicht nur eine Frage des Unbehagens, sondern auch des kulturellen Wandels. Die Bildungseinrichtungen, die diese Diskussionen führen, sind oft gezwungen, sich mit einem sich verändernden Umfeld auseinanderzusetzen. Immer mehr Menschen wissen um die Probleme, die extreme Temperaturen mit sich bringen können, und fordern von den Schulen mehr Verantwortung.

Schuldzuweisungen, hitzige Debatten und der ständige Druck, die Schule am Laufen zu halten - das alles spielen eine Rolle, wenn es um die Frage geht: Wer entscheidet letztlich, ob es Hitzefrei gibt oder nicht? In der Regel sind es die Schulleiter, die, gut informiert oder auch nicht, die letzte Entscheidung treffen müssen.

Letztlich bleibt es zu hoffen, dass die kleinen und großen Heldinnen und Helden im Bildungssystem die nötigen Maßnahmen ergreifen, um die angenehme Lernumgebung für Schüler zu fördern; immerhin sollten sie sich ja nicht nur in der Schule, sondern auch bei extremer Hitze wohlfühlen. Es könnte sich durchaus lohnen, diese Regelungen zu überarbeiten, nicht nur für das aktuelle Jahr, sondern auch für die Zukunft.

Wie dem auch sei, die Frage wird auch in der nächsten Hitzewelle wieder aufkommen. Wer weiß, vielleicht gibt es ja bald einen einheitlichen Regelungsrahmen, der den leidenden Schülern und Lehrern ein wenig Erleichterung bringt.